Landmaries Garten

Herbst. Heimat. Hurra.

Langsam wird es Herbst in diesem kleinen Garten. Das Schilf schmeißt raschelnd mit langen braunen Blättern um sich, manche Blumen blühen zum zweiten Mal und andere ziehen sich langsam in die Erde zurück.

Gestern sind wir gewandert. Bei herbstlichen 12 Grad durch Wiesen, Wälder und das hohe Venn. Wie sehr man doch plötzlich den Weitblick über die Eifel genießt – sobald der nicht mehr alltäglich ist. Die zweite Eifelsteigetappe bescherte mir meine Portion Landluft, die ich ab und zu mal wieder brauche. Im Zielort Mützenich trafen wir pünktlich zum Schluss des Erntedankzugs ein, sodass wir als Krönung eine Stunde Eifeltradition genießen durften. Ich gönnte mir die übliche Pommes mit Rahmsauce am immerselben Pommesstand und freute mich an all den mehr oder weniger bekannten Gesichtern der vielen Heimatmenschen. So klischeebehaftet diese Dorffeste auch sind, ich mag sie. Und ich bin sehr froh, dass ich dort Freunde habe, die uns glücklicherweise zurück zum Auto nach Roetgen gebracht haben. Man kann über das Landleben sagen was man will, kompliziert erschien es mir nie.

 

Eifelsteig
Eifelsteig vor Mützenich

 

Eifelsteig
Eifelsteig bei Roetgen

 

Im Hohen Venn
Im Hohen Venn

 

Heute nun sitze ich im kleinen Garten und freue mich an Sonne und frischer Luft. Irgendwo da hinten hämmert jemand seit Stunden, auf der anderen Seite mäht jemand Rasen. Am Feiertag. Mir egal, ich mag das. Und ich mag es einfach da zu sitzen und nichts zu tun und erst zu gehen, wenn die Sonne weg ist. Wenn keine Wolke kommt, dann dauert das eben bis zum Abend.

Ach, kleiner Garten. Das Jahr hat nicht gut angefangen. Ständig war es nass und alles ist komisch gewachsen. Oder gar nicht. Aber jetzt ist das fast vergessen, die Saison geht zu Ende. Diese letzten Spätsommertage haben das Frühjahr wieder wett gemacht und tauchen die Welt in warmes Gold. Schon bald werden alle Blätter auf dem Kompost liegen, der Rasen zum letzten Mal gemäht, bevor der Garten für vier Monate in den Winterschlaf fällt. Vier Monate, oder drei. Denn mehr Zeit wird sicher nicht vergehen bis mir die Frühlingsvorfreude in den Fingern juckt.

Landmaries Garten
Landmaries Garten

 

Landmaries Garten
Landmaries Garten