Bayreuth Zentrum

Bayreuth – ein wirklich schönes Fleckchen.

Der Mai bot viele schöne Wochenenden. Eines davon verbrachte ich gemeinsam mit meiner Schwester in Bayreuth. Das Wetter meinte es gut mit uns, sodass mir zum ersten Mal dieses Jahr auffiel, dass die Klimaanlage meines Autos nicht funktioniert. Doch wir wollen nicht über zu viel Sonne klagen, denn eben diese ließ das oberfränkische Städtchen in vollem Glanz erstrahlen.

Wir checkten im Hotel Rheingold ein und genossen einige Annehmlichkeiten, wie den Tiefgaragenstellplatz, den Aufzug direkt vor der Zimmertür und ein angenehm großes Zimmer. Nach einer kurzen Verschnaufpause zog es uns hinaus ins Zentrum. Hier herrschte ein gemütliches Freitagabend-Treiben. Menschen schlenderten durch die Gassen, genossen ihr Feierabendbier in der Abendsonne und verschwanden in den kleinen Geschäften in der Maximilianstraße, die vielmehr ein Platz ist. Irgendwie wirkte das alles sehr sympathisch und wir hatten den Eindruck, dass wir ständig angelächelt wurden. Unsere Laune war also vorzüglich, als wir schließlich in der Gaststätte Wolffenzacher am Sternplatz einkehrten. Wir wählten Spargelspätzle und Wildscheinragout und wurden damit nicht enttäuscht, sodass wir das Mal mit einem Apfelküchlein krönten. Mit vollen Bäuchen und zufriedenen Gesichtern ging’s zurück ins Hotel und alsbald ins Traumland.

Ein entspannter Samstag erwartete uns Schwestern am nächsten Morgen. Nach dem ausgiebigen Frühstück schmiedeten wir den Sightseeing-Plan und steuerten einige kulturelle Highlights der Stadt an. Auf unserer Liste stand das Markgräfliche Opernhaus (leider wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen), der Hofgarten, das Richard-Wagner Museum, das Festspielhaus und die Brauerei Maisel. Eine gute Stunde verbrachten wir im Richard-Wagner Museum, wo das Leben der Wagner-Familie interessant und anschaulich erzählt wird. Die Ausstellung erstreckt sich über drei Gebäude, eines davon – das Haus Wahnfried – war Richard Wagners Wohnhaus. Ein wenig erschöpft von den vielen Informationen gönnten wir uns im benachbarten Café einen Erdbeerkuchen und spazierten anschließend durch den Hofgarten. Hier saßen Menschen verträumt auf den grünen Bänken, manche machten Yoga auf der Wiese, andere bestaunten die großen Fische im Kanal. Einige Fotos und Entdeckungen später verließen wir diese Oase und schritten durch das Portal des Neuen Schlosses hinaus auf die gepflasterte Straße. Nun stand das etwas außerhalb gelegene Festspielhaus auf dem Plan, das wir mit dem Bus ansteuerten, der für uns Bayreuth-Card-Besitzer kostenlos war. Die Fahrt dauerte nur ein paar Minuten und endete am Fuße des Hügels, auf dem das Festspielhaus thront. Zu dieser Jahreszeit finden hier schon die Proben für die nächste Spielzeit statt, daher blieben uns die sicher beeindruckenden Räume leider verborgen. Nicht so schlimm, denn ich komme bestimmt nochmal wieder. Und von außen ist Wagners Palast auch sehr hübsch. Zu Fuß ging es zurück ins Zentrum, wo wir noch ein bisschen bummelten und ein Fischbrötchen im Halbschatten genossen. Für den Abend hatten wir uns die Brauerei Maisel’s vorgenommen, die mich wirklich begeisterte. Da niemand anders zur Brauereiführung gekommen war, bekamen wir eine Privatführung. Tanja war etwa in unserem Alter und erklärte uns die Kunst des Bierbrauens anhand der originalen Anlage, die noch bis 1970 in Betrieb war. So verbrachten wir eine wirklich interessante und schöne Stunde, bevor wir schließlich unser im Preis enthaltenes Bier im anschließenden Biergarten „Liebesbier“ bestellten. Das Weizen schmeckte vorzüglich und sättigte eigentlich vollständig. Uns lockte trotzdem noch ein Schnitzel und ein Rumpsteak im Hotel-Restaurant – ein gebührender Abschluss dieses langen, aber wunderbaren Tages.

Haus Wahnfried am Richard Wagner Museum
Haus Wahnfried am Richard Wagner Museum
Bayreuth – Hofgarten
Hofgarten
Bayreuth – Hofgarten
Hofgarten
Bayreuth – Festspielhaus
Festspielhaus
Bayreuth Maisel's Brauhaus
Maisel’s Brauhaus

Der Sonntag war unser Abreisetag. Für den Vormittag hatten wir uns die Landesgartenschau vorgenommen. Bei schönstem Sonnenschein ließen wir uns über unterschiedliche Wege treiben und staunten über bunte Blumenbeete, Heckenkonstruktionen, Schaukelanlagen… und überall blühte Alium. Weiß und Lila. Eins schöner als das andere. Der Strom der Besucher schlängelte sich durch die Anlage und genoss die Pflanzenpracht und kulinarische Schmankerl. Mein Lieblingsteil war natürlich der Bauerngarten „Grünes Quartett“. Staketenzaun und Reetdachhäuschen sorgten gleich für sommerlich heimische Gefühle. Wir verweilten kurz auf einer Bank und beobachteten das rege Treiben. Zwei Bänke weiter ließen wir uns wieder nieder – diesmal mit einem Eis. Das Thermometer knackte am späten Vormittag die 30 Grad Marke und die Vorfreude auf die Rückfahrt mit defekter Klimaanlage schwand. Ohne die Zeit im Nacken hätte man auf dem Gelände der Landesgartenschau sicher einen ganzen Tag verbringen können. Das Motto „Musik für die Augen“ wurde gut getroffen. An jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken: Pflanzen, Gartenbau, viele Rastmöglichkeiten, einen Biergarten, Spielplätze, Restaurants und Aussichtspunkte.

Landesgartenschau Bayreuth 2016
Tulpenbeet

Landesgartenschau Bayreuth 2016

Landesgartenschau Bayreuth 2016

Landesgartenschau Bayreuth 2016
Bauerngarten

Landesgartenschau Bayreuth 2016

Landesgartenschau Bayreuth 2016
Musik für die Augen

Zur Mittagszeit traten wir die Heimreise an. Mit vielen Fotos, Garteninspiration, schönen Schwesternmomenten und einer neuen Lieblingsstadt im Gepäck. Bayreuth ist ein schönes Fleckchen Erde, das uns überzeugt hat. Vielleicht macht ihr dort einmal Halt, wenn ihr in der Gegend seid. Ausführlichere Tipps zu den Sehenswürdigkeiten findet ihr im Reisebericht von Anna auf reise-lustig.net.

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