Das Lied des Winters

Das Lied des Winters.

Landmaries Garten im Dezember
Landmaries Garten im Dezember

 

Es ist Dezember, im Garten ist’s still. Die Beete sind leer, erholen sich von mir. Nur Rotkohl wächst tapfer und Feldsalat. Der Flieder ist kahl und der Kirschbaum knarrt. Die Äste wiegen sich leise im Wind, wo bald wieder Düfte von Blüten sind. Auf der Wiese da unten knistert der Frost. Die Melodie des Winters, ich hör’ sie so oft. Wer weiß, wo nun die Eichhörnchen wohnen, wie viele Igel sich unter den Laubbergen schonen. Sie schlummern und träumen von Frühlingstagen, der Wühlmaus knurrt sicher jetzt schon der Magen. Ein Vogel zwitschert leise ein Lied, das von grünen Bäumen und Wiesen erzählt.

So steh’ ich da, auf dem glitzernden Weg, dreh mich im Kreis, lausche der Musik. So manche Geschichte kann er erzählen, der Garten hat vieles erlebt. So schöne und helle Tage im Sommer, so leise Stunden im Herbst. Von kichernden Mädchen und Herren mit Bier, von Büchern und Wein und Feuer und Schein. Das war das Jahr voll Höhen und Tiefen und doch konnte ich jeden Moment hier genießen.

Es ist Dezember, wir holen jetzt Luft, ehe im März der Frühling ruft. Mit Schaufel und Eimer geht’s dann wieder los, die Tage sind länger und die Pläne groß. Sechs Monate hin, sechs Monate her, da ist es Juni, darauf freu’ ich mich sehr. Doch heute ist Weihnacht’ und die Welt ruht in sich. Sie denkt an die Zeit, was gut war, was nicht. Drei Tage wird’s dauern, dann ist es fast da, mit Licht und Kraft, das neue Jahr.

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