Schneeweg

Neuschnee.

Und ich dachte schon der Winter hätte das Schneien verlernt. Fast hatte ich all diese Schönheiten vergessen. Pünktlich zum Wintereinbruch zog es mich dorthin, wo der richtige Schnee liegt, in den tiefen Wäldern und auf weiten Feldern. Dorthin, wo auch der letzte Grashalm verschwunden ist und der Wind die Flocken zu hohen Verwehungen geformt hat. Zum Neuschnee. Nach Hause.

Diese weiße Pracht bot endlich mal wieder eine Gelegenheit diesem vernünftigen Erwachsenendasein zu trotzen, sich auf den alten Schlitten zu setzen und den Berg herab zu stürzen. Bahn frei! Für Lachen aus tiefstem Herzen, für warmen Kakao mit Amaretto, Schneemänner und -Engel und -Bälle. Der Schnee peitschte uns ins Gesicht und ließ die Wimperntusche verlaufen. Fast hatte ich vergessen, wie anstrengend es ist den Berg immer und immer wieder hochzulaufen, wie sich Schnee anfühlt, der von der Mütze in den Nacken fällt, wie sich nasse Handschuhe anhören, die man auf den Kellerboden schmeißt. Und wie glücklich das alles macht.

 

Glitzernder Neuschnee

Neuschnee Feld

Neuschnee Wald

Neuschnee

Jetzt bin ich erleichtert – es gibt den Winter noch! Mit Schlittenfahren und Schneewandern, roten Wangen in zufriedenen Gesichtern und dieser unfassbaren Ruhe, in der man die Flocken einzeln tanzen hört. Mit lilablauen Sonnenuntergängen, ohne Menschen auf der Straße, mit glitzernde Eispfützen, Schneebergen neben den Einfahrten und rauschenden Kaminen auf den eingeschneiten Häusern.

Auf dem Rückweg in die Stadt werden die Schneeberge kleiner. Schließlich verschwinden sie gänzlich und die Welt ist wieder dunkel und Grau. Ich frage mich, was die Menschen hier eigentlich wollen. Das Landkind in mir schreit und will zurück. Dorthin, wo man den Unterschied der Jahreszeiten wenigstens noch ein bisschen spürt.

 

Neuschnee in Landmaries Garten
Neuschnee in Landmaries Garten