Schattenstunden – Wut in Energie umwandeln

Schattentage.

Auch Wut ist Energie. Und gerade die soll man nutzen.

Und dann gibt es Tage, an denen weder Blumen noch Menschen zurücklächeln. Weil man selbst nicht lacht. Heute ist so ein Tag. Ich bin wütend, viele Stunden schon. Der Vormittag ist vergangen, einsam, wütend und ärgerlich enttäuschend. Dafür gibt es natürlich Gründe, manche nachvollziehbar, manche reingesteigert. Doch ganz sicher so bitter, dass es von alleine nicht aufhören wird im Kopf zu drücken.

Ich muss raus aus der Wohnung. An die Luft. Es ist ein kalter und trostloser Oktobertag. Mit Wollmantel und Mütze steuere ich zielsicher den Garten an. Wenn der nicht hilft, dann kann ich auch gleich wieder schlafen gehen. Eine Stunde lang wüte ich mit Rechen und Rasenmäher. Die Wut wird weniger, aber auflösen kann sie sich nicht.

Dennoch kommt nach einer Weile das beruhigende Gefühl dazu, den Ärger in sinnvolle Energie umgewandelt zu haben. Ein Stück Gartenarbeit ist nun erledigt. Das Herbstlaub liegt auf dem Kompost, der Rasen ist gemäht. Vermutlich zum letzten Mal in diesem Jahr. Und hoffentlich ist das auch der letzte Tag, an dem so viele Dinge gleichzeitig schief laufen. Doch daran muss man wohl selbst arbeiten, denn kein Tag meint es von Grund auf schlecht mit uns.