Marktplatz Brügge

Verliebt in Brügge.

Zwei Tage in geheimnisvollen Gassen.

Das erste wirkliche Frühlingswochenende verbrachten wir dieses Jahr in Brügge. Als Fan des günstigen und unkomplizierten Reisens macht ich mich Freitagabend auf die Suche nach einer Unterkunft – an diesem Wochenende kam ausnahmsweise kein Campingplatz in Frage. Da einige kleine Privatunterkünfte leider schon belegt waren, buchte ich schließlich doch ein Hotel. Nicht ganz günstig, dafür aber mitten im Zentrum mit hoffentlich echten Fotos. Samstag Vormittag machten wir uns ausgeschlafen auf den Weg.

Nur zweieinhalb belgische Autobahnstunden später erreichten wir die alte Hansestadt nahe der belgischen Küste. Begrüßt wurden wir von Windrädern, die sich auf einem grünen Damm und vor blauem Himmel aneinanderreihten. Brügge ist nicht groß, daher nutzten wir eine der ersten Parkmöglichkeiten innerhalb der historischen Stadtmauern. Zu Fuß steuerten wir das Grand Hotel du Sablon an, das in einer kleinen Gasse zwischen den beiden großen Einkaufsstraßen liegt. Ich war mir nicht ganz sicher auf welcher Sprache ich einchecken sollte, die Empfangsdame wusste das aber selbst nicht so genau. Wir plauderten einen freundlichen Englisch-Französisch Mix und nahmen Deutsch dazu, als sich der Chef zu uns gesellte. Unser Zimmer war klein aber fein und mein misstrauisches Camperherz nach dem ersten Eindruck gleich beruhigt. Zehn Minuten später stürzten wir uns ins Getümmel der mittelalterlichen Stadt.

Kanal in Brügge
Kanal in Brügge
Shopping in Brügge
Shopping in Brügge

Wunderbar planlos schlenderten wir die Hauptstraßen entlang. Die Einkaufsstraßen waren voll und so reichte uns meist der Blick ins Schaufenster, das Portmonee sagt Danke. Neben den üblichen Läden, die man wohl in jeder europäischen Stadt findet, verstecken sich immer wieder kleinere Boutiquen und Feinkostläden. Abseits der beiden großen Straßen zog mich meine Nase immer wieder zu den wunderbaren Auslagen der vielen Schokoladengeschäfte: Pralinen und Schokoladenkreationen in sämtlichen Formen und Größen so weit das Auge reicht! Es war sogar so unglaublich viel Schokolade, dass ich vor lauter Überforderung am Ende eine ganz normal abgepackte Pralinenschachtel kaufte.

Marktplatz Brügge
Marktplatz Brügge

Ein Highlight der Altstadt ist sicher der große Marktplatz, auf den die vielen kleinen Gassen laufend Touristen ausspucken. Auf zwei Seiten des nahezu rechteckigen Platzes reihen sich Cafés, Bars und Restaurants aneinander, die ihre Stuhlreihen allesamt mit Blickrichtung auf die gegenüberliegenden historischen Prachtbauten aufgestellt haben. Das Historium Brugge und der Provinciaal Hof beherbergen u.a. Ausstellungen zur Stadtgeschichte. Der Sonnenschein lockte uns weiter nach draußen und schickte uns weiterhin recht planlos schlendert durch die Gassen. Nach ein paar Stunden hatten wir einen guten Überblick über die Stadt, kalte Ohren und ein bisschen Hunger. Wir Glückspilze bekamen einen Tisch im ersten Restaurant, das wir ansteuerten. Die Menschen in Brügge sind abends so hungrig (und vielleicht kochfaul), dass es ratsam ist rechtzeitig einen Tisch zu reservieren. Im Bones in der Sint-Jakobsstraat hatte gerade jemand abgesagt und uns damit einen Haufen Fleisch, Bier und Wein beschert. Die Atmosphäre war schön, das Essen lecker und das Bier stark. In eine Kneipe schafften wir es noch, bevor wir dann mit qualmenden Füßen und vollen Mägen im Hotelzimmer einschliefen.

Nach einem guten Frühstück wollten wir uns am zweiten Tag die Parks der Stadt vornehmen. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, dass wir den sehenswerten Rest der Altstadt am Samstag schon besichtigt hatten. Durch den Koning Albert I Park am südlichen Rand der Altstadt spazierten wir Richtung Minnewaterpark. Spätestens dort blühte mein Gärtnerherz auf. Kleine Wege führen durch Wiesen und Blumenbeete, vorbei am Kanal und noch brachliegenden Beeten.

Minnewaterpark Brügge
Minnewaterpark Brügge
Minnewaterpark Brügge
Minnewaterpark Brügge
Minnewaterpark Brügge
Minnewaterpark Brügge
Minnewaterpark Brügge
Minnewaterpark Brügge

Am Ende des Minnewaterparks hielten wir uns links und betraten den Begijnhof. Weiße Backsteinhäuschen umschließen eine narzissenübersähte Wiese, auf der über 60 große Pappeln stehen. Der Innenhof ist heute ein dörflich anmutender Platz, auf dem man gerne verweilt und die Stille genießen kann. Wo man in dieser Stadt auch hinschaut, überall entdeckt man stilvoll bepflanzte Blumenkübel und Beete.

Begijnhof Brügge
Begijnhof Brügge
Kanal in Brügge
Kanal in Brügge

Wir haben uns an diesem Wochenende von unserer Laune führen lassen und waren ohne Reiseführer unterwegs. Sicher gibt es hier kulturell und historisch noch einiges mehr zu entdecken. Um sich einen guten Überblick zu verschaffen reicht aber ein Wochenende und ich empfehle dieses mittelalterliche Städtchen uneingeschränkt weiter. Diese südliche Ecke von Brügge, rund um den Begijnhof, hat mich endgültig überzeugt – ich komme wieder. Im Sommer, wenn alle Bäume grün sind. Dann möchte ich auf jeden Fall die Bootstour machen, durch das Venedig des Nordens!

Kanal in Brügge
Kanal in Brügge

Eigentlich war unser Ausflug am Sonntagnachmittag zu Ende. Eigentlich. Das Meer war aber nur 17 Kilometer entfernt. Ein Abstecher musste noch sein. Einmal Weitblick auf den Atlantik bei diesem blauen Himmel… das lohnt sich immer. Und so landete auch auf diesem Kurztrip eine anständige Menge Sand in unseren Schuhen.

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