Gartenlichter

Vierundzwanzig Stunden Urlaub

Als ich heute Mittag mit dem Auto nach Hause fuhr, wunderte ich mich kurz, dass ich dazu nur 5 Minuten brauchte. Ich kam aus dem Garten, wie hunderte Male zuvor. Diesmal fühlte sich das aber an, als sei ich viel weiter weg gewesen.

Lavendelsonne
Lavendelsonne

Der Samstag startete sonnig und warm. Die weiß gepunktete Tischdecke flatterte auf dem Gartentisch. Langsam schob sich die Sonne hinter der Gartenlaube hervor. Zu vier Freundinnen saßen wir dort zum Frühstück zusammen und plauderten über das Leben und uns und andere. In den Gärten war es still und friedlich. Außer den Bienen in der Hecke lauschte niemand unserem Geplapper. Im Nachmittag brachen wir auf, pünktlich als sich die ersten Wolken vor die Sonne schoben und die Luft ein wenig abkühlte. Ein schöner Vormittag war das. Und ein schöner Abend sollte folgen.

Zelten im Garten

 

Am frühen Abend kehrte ich zurück in den Garten. Eine weitere Freundin gesellte sich zu mir und wir bauten Zelt und Grill auf – Campingzeit! Während sich die Sonne langsam für ein paar Abendstrahlen durch die Wolken kämpfte, freuten wir uns auf unser Festmahl: Gartensalat, Gartengemüse und Huhn – hoffentlich aus einem anderen grünen Garten. Ein paar kleine Mücken surrten im Licht und es war endlich Zeit die Teelichtgläser im Kirschbaum aufzuhängen. Ach, wie schön das aussah! Von Weitem ganz besonders. Das Feuer knisterte, die großen Kerzen in der Wiese flackerten und die Lichter im Baum tanzten durch den Abend.

Es war weit nach Mitternacht, als wir vom Zähneputzen zurückkamen und ins Zelt krochen. Draußen ließen wir die Kerzen ausbrennen und schliefen ein. Im kleinen Garten, neben dem leuchtenden Kirschbaum. Und wahrscheinlich inmitten von hunderten Schnecken. Das waren ein paar sorglose Stunden in einer anderen Welt. Das war ein bisschen wie früher. Und das sollten wir öfter machen.

Lichter im Kirschbaum

Lichter im Kirschbaum

FeuerfüßeFeuerfüße