Zwischenzeiten

Zwischenzeiten.

Die Stunden zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen Hitze und Kälte, zwischen Strand und Schnee, zwischen Lagerfeuer und Kaminschein. Frühling und Herbst. Zwischen Sommer und Winter.

 

Das sind die Zeiten des Abschieds und der Vorfreude. In diesen Zeiten bereiten wir uns vor, sind voller Tatendrang und haben die Muße Pläne zu schmieden. Wir befreien uns von Vergangenem und schöpfen neue Energie. Vielleicht mag ich diese Zwischenzeiten deshalb so gerne. Im Frühling wird der Winter aus dem Garten gekehrt und die Beete für den bevorstehenden Sommer vorbereitet, die Wohnung wird geputzt und das noch junge Jahr liegt voller Überraschungen vor uns – davon gibt es schöne und hässliche. Bleiben wir bei den schönen: Urlaubspläne werden geschmiedet, Sommerfeste geplant und endlich gibt es wieder frische Luft zum Atmen. Im Sommer dann strahlt die Welt in allen Farben. Hellgrün und Gelb. Bis im September dann Dunkelgrün und Orange dazukommt.

Wenn der Sommer hinter uns liegt, werden wir gemütlicher, kümmern uns um die Familie, machen es uns schön in den Wohnzimmern. Dann steigt die Vorfreude auf die Weihnachtszeit. Endlich ein bisschen zu Hause sein. Entgegen vieler Erwachsenenstimmen muss es Weihnachten nicht nur um Konsum und Stress gehen. Es kann auch ganz schön sein, wenn man das Glück hat, sich einen Teil der kindlichen Vorfreude bewahrt zu haben. Damals ging es natürlich um Geschenke am Heiligen Abend. Doch viel mehr noch ging es um die Vorbereitung.


Es ging um Gemütlichkeit, Kerzenschein, tanzende Schneeflocken, Laternen, Musik und all diese wunderbaren Geschichten.


Obwohl Weihnachten ein christliches Fest ist, geht es dabei auch nicht unbedingt um Kirche. Es geht ums Zusammensein und Frieden finden, Freude machen und Kraft tanken für ein neues Jahr. Natürlich können wir auch an jedem anderen Tag im Jahr mit der Familie zusammen sein und Kerzen anzünden, aber zu Weihnachten hat das alles eben diesen besonderen Zauber, der aus Kinderaugen sicher ganz besonders leuchtet. Wenn diese Freude bei Erwachsenden verloren gegangen ist, macht mich das traurig. Die Adventszeit ist eine kleine besondere Zwischenzeit im Winter. Und in erster Linie geht es hier um Zeit. Wunderbar verschenkte Zeit. Verschenkt ans Faulenzen, ans Basteln, Singen, Genießen.

 

So eine faule Stunde kann niemals eine verlorene Stunde sein.


Immer dann, wenn wir es wagen mal gar nicht effizient zu sein und unsere optimierten Tagesabläufe einmal über den Haufen schmeißen, dann beginnt das Hirn von ganz alleine zu sprudeln. In diesen ruhigen Momenten dazwischen spuckt der Kopf Ideen aus und motiviert uns Neues zu lernen. Wir sollten uns zwischendurch Zeit für ein bisschen Langeweile nehmen.